Ihr Ratgeber für alle Themen rund um die Unternehmensnachfolge. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der Unternehmer, welche keinen Nachfolger finden, kontinuierlich. Die aktuelle Situation in Zahlen, wie man sich rechtzeitig vorbereitet, sowie die wichtigsten Schritte, die man bei einer Nachfolge beachten muss.

Sind Sie gut auf Ihre Nachfolge vorbereitet? Welche Nachfolge streben Sie an?

Die aktuelle Situation in Zahlen

Laut den Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung aus Bonn sind in den Jahren 2014 bis 2018 ungefähr 700.000 Unternehmen auf der Suche nach einem Nachfolger. Hiervon sind ca. 135.000 auch übernahmefähig und insgesamt ca. 4 Mio. Beschäftigte von dieser Situation betroffen. Während die Zahl der Nachfolgen in Nord- und Süddeutschland in den letzten Jahren ungefähr gleich geblieben ist, steigt die Zahl der Nachfolgesuchenden in Westdeutschland und insbesondere in Ostdeutschland kontinuierlich an.

Rechtzeitig vorbereiten

In einer deutschlandweiten Umfrage hat die deutsche Industrie- und Handelskammer festgestellt, dass 43 % der Unternehmer sich nicht rechtzeitig auf eine Nachfolge vorbereiten. Dies führt dazu, dass häufig nicht die richtigen Strukturen und Prozesse eingeführt sind, wenn der Nachfolger das Unternehmen übernimmt und sich somit die Nachfolge schwieriger gestaltet und häufig verzögert.

Familieninterne oder externe Nachfolge

In vielen Unternehmen ist der „Familienautomatismus“ das die Nachkommen, dass Unternehmen automatisch übernehmen, immer seltener anzutreffen. Geprägt durch die zunehmend selbstbewusste „Generation Y“, welche oft eigene Wege geht, kommt es immer häufiger zur Suche nach familienexternen Nachfolgern für Unternehmen. Erfreulicherweise ist in den letzten Jahren die Anzahl der potenziellen Nachfolger, welche ein Unternehmen übernehmen möchten, stetig gestiegen.

 Die Lösung bei der Unternehmensnachfolge ist entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands.

IHK Nachfolgestudie 2014

Die 5 Schritte im Nachfolgeprozess

Um eine geordnete Unternehmensnachfolge sicher zu stellen, ist ein geplantes Vorgehen wichtig

1. Bestandsaufnahme und Status Quo

Bevor Sie in den Prozess starten ist es wichtig, genau zu prüfen, wo das Unternehmen aktuell steht. Kann das Unternehmen mit einer neuen Unternehmensführung erfolgreich sein und hat es Zukunftspotenzial? Hierbei gilt es, eine externe Sicht einzunehmen, um das Unternehmen objektiv bewerten zu können. Wichtige Fragen sind beispielsweise: Wie abhängig ist das Unternehmen von einzelnen Kunden? Ist das Unternehmen gegenüber Wettbewerbern gut positioniert? Wie entwickelt sich der Markt, in dem das Unternehmen aktiv ist, und gibt es Entwicklungspotenziale?

2. Interne oder externe Nachfolge?

Als nächstes stellt sich die Kernfrage, ob das Unternehmen intern oder extern übergeben werden soll. Gibt es Kinder, die das Unternehmen übernehmen möchten? Gibt es Mitarbeiter, die das Unternehmen übernehmen möchten und können? Oder soll das Unternehmen an eine externe Partei übergeben werden? Gibt es bereits bestehende Partner, für die sich eine strategische Erweiterung anbieten würde? Hierbei stellt sich die grundsätzliche Frage, für wen das Unternehmen interessant ist. Je nachdem, wer als potenzieller Nachfolger infrage kommt, sollte das Unternehmen unterschiedlich dargestellt und positioniert werden.

3. Operative Vorbereitung / Beratersuche

Nach der Betstandsaufnahme gilt es, die operative Vorbereitung anzugehen. Hierbei wird das Unternehmen darauf vorbereitet, an eine neue Unternehmensführung übergeben zu werden. Wichtig hierbei ist es, das Führungspersonal mit den relevanten Verantwortlichkeiten und Informationen auszustatten, um eigenständig weiter arbeiten zu können. Weiterhin gilt es, die Struktur des Unternehmens sauber aufzugliedern. Ein typischer Fall ist die saubere Regelung der betrieblichen Altersvorsorge (und ggf. diese vom Unternehmen unabhängig zu gestalten). Zudem sollte Firmenbesitz und Privatbesitz sauber getrennt werden.

Operative Vorbereitung / Beratersuche

4. Nachfolgekonzeption und -fahrplan

Je nachdem, ob das Unternehmen intern oder extern übernommen werden soll, wird im nächsten Schritt ein genaues Konzept entwickelt, welche Schritte zur reibungslosen Übergabe angegangen werden. Bei einer internen Nachfolge gilt es, einen Zeitplan für die Übergabe der Verantwortlichkeiten und Kontakte zu entwerfen. Der Nachfolger wird sowohl innerhalb des Unternehmens als auch im Außenauftritt als verantwortlicher Entscheider positioniert. Bei einer externen Nachfolge gilt es zu entscheiden, über welche Kanäle potenzielle Käufer angesprochen werden sollen und wie man dort die Eigenschaften und Stärken des Unternehmers am besten kommuniziert.

5. Übertragung und Umsetzung

Sobald der entsprechende Nachfolger identifiziert ist, kann die konkrete Übergabe beginnen. Es wird ein Beteiligungsübertragungs- bzw. Kaufvertrag formuliert und notariell beurkundet. Hierbei sollte sehr genau darauf geachtet werden, dass die Verantwortlichkeiten und Garantien sehr genau geregelt werden. Danach beginnt die operative Übergabe an den neuen Eigentümer, welcher von diesem Zeitpunkt an die Verantwortlichkeiten übernimmt. Meistens gibt es eine Einarbeitungsphase, in welcher der Alteigentümer Know-how und Kontakte schrittweise übergibt.

 

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