Unternehmensbesteuerung bei der Nachfolge

Für die erfolgreiche Regelung der Unternehmensnachfolge spielt neben vielen Faktoren auch die Unternehmensbesteuerung eine große Rolle. Werden steuerliche Konsequenzen nicht beachtet, kann es zu gravierenden Schwierigkeiten bei Vererbung, Schenkung und Unternehmensverkauf kommen. Im Handelsgesetzbuch und der Abgabenordnung sind die rechtlichen Grundlagen der Unternehmensbesteuerung festgelegt. Auch die Ertragskompetenz der jeweiligen Gebietskörperschaft in der Bundesrepublik Deutschland wie Länder, Bund oder Gemeinden auf den Steuerertrag leitet sich daraus ab. Als relevante Steuern bei der Unternehmensbesteuerung gelten Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Solidaritätszuschlag.

Wollen Sie mehr zu Steuern im deutschen Mittelstand erfahren? Der folgende Artikel soll Ihnen die allgemeinen Grundlagen der Unternehmensbesteuerung vorstellen.

Einfluss auf Unternehmensbesteuerung – Welche Rechtsform hat Ihr Unternehmen?

Jedes Unternehmen ist verpflichtet, auf der Grundlage seiner Erträge Steuern zu zahlen. Bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wie GbR, KG oder OHG ist die wichtigste Steuer die Einkommenssteuer. So wird der Einzelunternehmer oder jede einzelne Person der Personengesellschaft je nach Ertrag mit bis zu 42 Prozent der Einkünfte besteuert. Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG unterliegen jedoch nicht einer Einkommenssteuer, sondern der sogenannten Körperschaftssteuer. Unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens wird bei einem Gewerbebetrieb noch die Gewerbesteuer, die Umsatzsteuer und der Solidaritätszuschlag fällig.

Die Körperschaftssteuer

Die Körperschaftssteuer ist wie die Einkommenssteuer eine Ertragssteuer, die jedoch nicht auf Einzelpersonen, sondern auf juristische Personen wie Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Stiftungen, Anstalten oder Vereinen erhoben wird. Alle Kapitalgesellschaften im Inland werden zur Körperschaftssteuer herangezogen. Der Steuersatz beträgt konstant nur 15 Prozent, um das Problem der Doppelbesteuerung nach Ausschüttung von Dividenden an die Gesellschafter zu umgehen. Kapitalausschüttungen werden daher ebenfalls mit einem konstanten Steuersatz von 25 Prozent beziehungsweise mit der Kapitalertragssteuer besteuert. Die Körperschaftssteuer stellt wie die Einkommenssteuer eine Gemeinschaftssteuer dar. Ertragskompetenz für die Gemeinschaftssteuern besitzen Bund und Länder zu bestimmten Anteilen.

Der Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag, umgangssprachlich als Soli bezeichnet, ist eine zusätzliche Steuer, die auf Basis von Einkommens-, Kapitalertrags- und Körperschaftssteuer berechnet wird. Er beträgt 5,5 Prozent. Ertragskompetenz auf den Soli besitzt ausschließlich der Bund.

Die Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer wird für alle in Deutschland ansässigen Gewerbebetriebe außer Freiberufler und landwirtschaftliche Betriebe erhoben. Als Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer dient der Gewerbeertrag, der sich aus dem Gewinn ergibt. Von der Gewerbesteuer profitieren nur die Gemeinden. Neben der Grundsteuer, welche auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung erhoben wird, gehört sie zur einzigen Einnahmequelle der Gemeinden.

Die Errechnung der Gewerbesteuer ergibt sich aus der bundesweit einheitlichen Steuermesszahl von 3,5 Prozent und dem örtlich verschiedenen Gewerbesteuerhebesatz. Dazu wird das zu versteuernde Einkommen zunächst mit der Steuermesszahl multipliziert. Der so ermittelte Steuermessbetrag wird wiederum mit dem Gewerbesteuerhebesatz multipliziert. Das Ergebnis ist der Betrag, welcher als Gewerbesteuer abgeführt wird. Durchschnittlich liegen die Gewerbesteuerhebesätze zwischen 350 und 400 Prozent, jedoch nicht niedriger als 200 Prozent.

Beispielrechnung für Berlin:

Der zu versteuernde Betrag beträgt 25.500 €.

Dieser Betrag wird mit der Steuermesszahl 3,5 Prozent multipliziert (25.500 € * 0,035 = 892,50 €).

Multipliziert mit dem Gewerbesteuerhebesatz von Berlin (410 Prozent) (892,50 € * 4,1) ergibt sich ein Gewerbesteuerbetrag von 3.659,25 €.

Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer und gehört gleichzeitig zu den Gemeinschaftssteuern, von der Bund und Länder profitieren. Im Volksmund wird der Begriff Mehrwertsteuer als Synonym für die Umsatzsteuer bezeichnet. Sie wird auf alle im Inland erzielten Umsätze erhoben, wenngleich es Fälle gibt, in denen Umsätze überhaupt nicht besteuert werden. Der Regelsteuersatz beträgt 19 Prozent. Daneben gibt es für einige Leistungen und Waren einen ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent – dieser gilt beispielsweise für Lebensmittel, Zeitungen sowie Bücher.

Für Unternehmen stellt die Umsatzsteuer in vielen Fällen einen durchlaufenden Posten dar, der letztlich auf den Kunden umgelegt wird. Die bereits gezahlte Umsatzsteuer, auch Vorsteuer genannt, wird dabei mit der von Kunden und Lieferanten in Rechnung gestellten Umsatzsteuer verrechnet. Sollten Sie mehr Vorsteuer bezahlt als Umsatzsteuer eingenommen haben, erhalten Sie den Überhangbetrag vom Finanzamt wieder zurück.

Entscheidungskriterium Unternehmenssteuern

Unternehmenssteuern haben grundsätzlich das Potenzial, zum zentralen Faktor bei der Unternehmensnachfolge zu werden – sowohl, wenn eine interne Lösung gefunden wird, als auch, wenn der Altinhaber sich entscheidet, den Betrieb an einen externen Nachfolger zu veräußern.

Steuern haben folglich – genau wie beispielsweise Zinsen – erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Lassen Sie hier gerne eine kostenfreie Bewertung Ihres Betriebes vornehmen.

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