Steuern bei Unternehmensverkauf und Geschäftsaufgabe

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Steuern bei Unternehmensverkauf und Geschäftsaufgabe

Bei jedem Unternehmensverkauf spielen steuerliche Überlegungen eine wichtige Rolle. Es besteht die Gefahr, dass ein erheblicher Teil des Verkaufserfolgs durch die Besteuerung ausgehebelt wird. Es ist daher im ureigenen Verkäuferinteresse, die anfallenden Steuern zu begrenzen. Welche Steuerfolgen hat überhaupt eine Betriebsveräußerung? Hier ein Überblick.

Grundsätzlich gilt: der Unternehmensverkauf spielt nur bei der Einkommensteuer eine Rolle, nicht berührt ist die Gewerbesteuer. Bei der Einkommensteuer unterliegt der Veräußerungsgewinn (nicht
 der Veräußerungserlös) der Besteuerung. Rechtsgrundlage bildet § 16 EStG. Der Gewinn ergibt sich aus dem Veräußerungserlös abzüglich Veräußerungskosten und Betriebsvermögen. Er gehört zu
 den steuerpflichtigen Einkünften aus Gewerbebetrieb. Für die Besteuerung ist irrelevant, ob das Unternehmen als Ganzes, nur ein Unternehmensteil oder eine Gesellschafterbeteiligung verkauft wird. Die Geschäftsaufgabe ist dem Unternehmensverkauf steuerlich gleichgestellt.

 

Steuerliche Sonderregeln zur Glättung der Steuerprogression

Ein Veräußerungsgewinn führt fast immer zur deutlichen Erhöhung der steuerpflichtigen Einkünfte 
im betreffenden Jahr. Dabei handelt es sich um einen Einmaleffekt. Würde die sonst geltende Besteuerung Anwendung finden, wäre der Verkäufer überproportional mit Steuern belastet, weil er 
in erheblichem Maße unter die Steuerprogression fallen würde. Um dieses Problem zu entschärfen, gibt es für Veräußerungsgewinne als außerordentliche Einkünfte Sonderregelungen:

 

Altersfreibetrag

Veräußerer jenseits der 55 können einmalig einen Altersfreibetrag von 45.000 Euro nutzen (§ 16 Abs. 4 EStG). Übersteigt der Veräußerungsgewinn diesen Freibetrag nicht,
bleibt er komplett steuerfrei. Ansonsten wird der Gewinn abzüglich des Freibetrags besteuert. Bei Veräußerungsgewinnen über 136.000 Euro reduziert sich der Freibetrag um den über dieser Grenze liegenden Gewinnanteil, maximal bis auf Null. Dieser Punkt ist ab einem Gewinn von 181.000 Euro erreicht.

Fünftelregelung (§ 34 Abs. 1 EStG)

Zur Glättung der Steuerprogression wird der 
Veräußerungsgewinn fiktiv auf fünf Jahre verteilt. Es kommt dann der Steuersatz zur Anwendung,
der bei einem Fünftel des tatsächlich erzielten Gewinns zugrunde gelegt worden wäre. Dieser – im 
Zweifel niedrigere – Steuersatz wird dann für die Steuerberechnung eingesetzt. Die sich ergebende Einkommensteuer wird der Einkommensteuer aus laufenden Einkünften zugerechnet. Das Finanzamt prüft dabei automatisch, ob die Fünftelregelung oder die reguläre Besteuerung günstiger ist. Es wird
 anschließend die jeweils niedrigere Besteuerung festgesetzt.

Option ermäßigte Besteuerung (§ 34 Abs. 3 EstG)

Für außerordentliche Einkünfte – darunter
 fallen auch Gewinne aus Betriebsveräußerung – bietet das Steuerrecht Verkäufern noch ein zusätzliches Wahlrecht. Unter der Voraussetzung, dass der Veräußerungsgewinn nicht mehr als fünf Millionen
 Euro beträgt, kann die Anwendung eines ermäßigten Steuersatzes beantragt werden. Dieser beträgt 56
 Prozent des durchschnittlichen Einkommensteuersatzes bezogen auf das gesamte steuerpflichtige Einkommen und muss mindestens dem Eingangssteuersatz (bisher 14 Prozent) entsprechen.


Teileinkünfteverfahren

Bei der Veräußerung von Unternehmensanteilen an Kapitalgesellschaften
(AG, GmbH) kann bei bestimmten Konstellationen das sogenannte Teileinkünfteverfahren zum Einsatz kommen. Danach bleiben Veräußerungsgewinne teilweise (40 Prozent) von der Steuer befreit. Dies
 gilt allerdings nur, wenn nicht gleichzeitig eine Steuerbegünstigung als außerordentliche
 Einkünfte erfolgt.

 

Unternehmensverkauf nur mit kompetentem steuerlichem Rat

Schon diese kurze Übersicht zeigt: Steuern und Unternehmensveräußerung sind ein komplexes Thema. Steueroptimierung beim Verkauf zu betreiben und steuerliche Gestaltungsspielräume zu nutzen, ist angesichts der in Frage stehenden Summen ein legitimes Anliegen. Daher sollte beim Unternehmensverkauf stets auch die steuerliche Seite berücksichtigt werden. Kompetenter
steuerlicher Rat kann helfen, die beste Lösung zu finden.

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