Versteuerung beim Unternehmensverkauf

Steuern und Recht beim Unternehmensverkauf – Ein für den Unternehmer essentielles aber recht zähes Thema, das wissen wir. Wir wollen Ihnen die Arbeit größtmöglich abnehmen, indem wir Sie mit dieser Serie über Steuern und Recht bei der Unternehmensnachfolge unterstützen.

Zunächst einmal ist zu klären, welche Steuern bei der Unternehmensnachfolge anfallen:

  • Erbschaft-/ Schenkungsteuer: Man kann entgeltlich oder unentgeltlich vererben.
  • Einkommenssteuer: Bei der Unternehmensnachfolge wird das Einkommen grundsätzlich immer versteuert.
  • Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer: erkauft eine GmbH einzelne Wirtschaftsgüter (Asset Deal), fallen auf den Veräußerungsgewinn sowohl Körperschaftssteuer als auch Gewerbesteuer an.
  • Betriebliche Steuern: zum Beispiel Umsatzsteuer und Lohnsteuer.

Sie wollen Ihr Unternehmen weitervererben? Dann ist die Erbschaft- bzw. Schenkungssteuer für Sie relevant. Sie planen größere Teile Ihres Unternehmens an Dritte zu verkaufen? Dann fallen Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer für Sie an. Die Einkommenssteuer ist die geläufigste Steuerart in der Nachfolge und besagt, dass grundsätzlich immer bei einer Nachfolge das Einkommen versteuert wird.

Steuern beim Firmenverkauf

 

Steuern beim Firmenverkauf

Es ist jedoch nicht damit getan, sich mit den möglichen Steuern, die anfallen können, vertraut zu machen. Während unserer Reihe werden wir die Steuern bei der Nachfolge nicht nur näher erklären, sondern auch in Kontext bringen. Je nach Art der Unternehmensnachfolge, entgeltliche, unentgeltliche, interne oder externe, und je nach Rechtsform des Unternehmens können unterschiedliche Steuern anfallen. Wir wollen Ihnen ebenfalls zeigen wie man Steuern „sparen“ kann und wie man früh genug an die Steuervorsorge denkt.

Rechtsformen

Die Rechtsform ist nicht nur entscheidend während sich das Unternehmen noch im Besitz der jetzigen Unternehmensführung befindet, sondern auch bei der Unternehmensnachfolge. Grundsätzlich wird zwischen Einzel- und Mitunternehmer und dem Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft unterschieden. Unter Einzel- und Mitunternehmer fallen natürlich die unabhängigen Einzelakteure aber auch Unternehmer, die sich an Personengesellschaften beteiligen. Diese beiden Rechtsformen werden gleichsam versteuert. Sind Sie Einzel- oder Mitunternehmer, so bestimmt sich der zu versteuernde Vertragsgewinn aus dem Verkaufspreis abzüglich des Buchswertes des Unternehmens und dessen Veräußerungskosten. Für Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft gelten andere Steuerregelungen als für Einzel- und Mitunternehmer, da in diesem Fall die Anteile eines Unternehmen übertragen werden. Dabei werden vom Verkaufspreis die Anschaffungskosten der Unternehmensanteile sowie die Kosten der Veräußerung abgezogen.

Steuern beim Unternehmensverkauf

Sollte die interne Nachfolge nicht erwünscht oder nicht möglich sein, so sollte ein Unternehmensverkauf an Dritte in Betracht gezogen werden. Rückt der Zeitpunkt des bevorstehenden Verkaufes näher, so müssen auch bestimmte steuerliche Maßnahmen stattfinden. Der Erlös beim Verkauf des Unternehmens wird grundsätzlich immer versteuert, kurz gesagt, was Sie mehr erhalten möchten, als das Unternehmen buchmäßig wert ist. Entscheidend ist dabei der Wert des Unternehmens beziehungsweise der Preis der für das Unternehmen bezahlt wird. Wichtig zu beachten: Der Nachfolger tritt nicht automatisch in alle Rechtsverhältnisse des bisherigen Inhabers ein. Es gibt zwar einen Rechtsträgerwechsel jedoch keine Gesamtrechtsnachfolge wie bei einer direkten Erbschaft. Ein zusätzlich zu beachtender Aspekt ist, dass der noch Inhaber des Übernehmens aber auch der Nachfolger die betrieblichen Steuern für das Kalenderjahr vor dem Übergang schulden. Weitere rechtliche und steuerliche Aspekte, die unbedingt bei einer externen Nachfolge beachtet werden müssen, erklären wir Ihnen in unserem zweiten Artikeln unsere Steuer- Serie.

Steuern bei der internen Nachfolge

Sollte eine interne Nachfolge stattfinden, ist im Bereich der Versteuerung von Erbschaft- und Schenkungsteuer die Rede. Einer der ersten Schritte ist dabei zu sehen, wer Anspruch auf das Erbe des Unternehmens hat, wer dieses Recht beanspruchen möchte und was die steuerlichen Konsequenzen dieser Entscheidungen sind. Ein Beispiel: Sollte ein potenzieller Erbe das Unternehmen nicht erben wollen, kann er eine Pflichtverzichterklärung unterschreiben. Schwieriger wird es, wenn es mehrere Nachfolger gibt, da muss beispielsweise auf das Testament zurückgegriffen werden. Zusätzlich muss auch oftmals die Versorgung des Ehepartners geregelt werden. Bei einem vorläufigen Erbe eines Unternehmens kann noch die Frage aufkommen, ob die Nachfolge entgeltlich oder unentgeltlich verläuft. Anders als bei dem Verkauf an Dritte, geht es bei der familieninternen Lösung eher darum eine Vertragsgestaltung zu finden, welche in der Familie konsensfähig ist.

Steuervergünstigungen

Ab dem 55. Lebensjahr oder bei Berufsunfähigkeit (im sozialversicherungsrechtlichen Sinn) hat jeder Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft das Recht auf einen einmaligen Freibetrag von 45.000-,€. Dieser wird wegen der Abschmelzregelung nur bei niedrigen Veräußerungsgewinnen wirksam. Vereinfacht heißt dies, dass es einen Grenzwert gibt, um den Freibetrag zu erhalten. Dieser liegt momentan bei 181.000-,€ Veräußerungsgewinn. Zusätzlich gibt es auch die sogenannte Fünftelregelung oder alternativ den sogenannten ermäßigten Steuersatz. Diese und vieles weiteres Wissenswertes kann Ihnen die Unternehmensnachfolge erleichtern. Wir finden einen Weg, um Ihnen den Nachfolgeprozess so simpel wie möglich zu gestalten.

Steuervorsorge

Sie wollen vorbereitet sein für die Unternehmensabgabe? Dazu gibt es essentielle Maßnahmen, die Sie treffen können, damit die Nachfolge so angenehm wie möglich verläuft und Sie sich auch bei dem Thema Steuern weniger Sorgen machen müssen. Denn schließlich kann eine Nachfolge von jetzt auf gleich unumgänglich werden: Zum Beispiel im unglücklichen Fall eines Verscheidens in der Familie. Im Falle einer externen Nachfolge müssen Vorkehrungen getroffen machen, damit Steuern nicht zum Dealbreaker werden. Noch vor dem 55. Lebensjahr sollte der Unternehmer anfangen (empfehlenswert sind 10- 15 Jahre zuvor), sich Gedanken über die potenzielle Nachfolge und somit auch die steuerlichen Konsequenzen zu machen. Denn der Nachfolgeprozess sollte sich darauf konzentrieren, das Unternehmen in die richtigen Hände zu übergeben.

Beispiel zur Berechnung der anfallende Steuern

Zuletzt ein Vorschau auf unsere Reihe, illustriert durch ein Praxisbeispiel (VENTRADA Corporate Finance GmbH):

Der Unternehmer Herr Müller ist zu 50% an einer GmbH beteiligt, die er zusammen mit einem anderen Gesellschafter gegründet hat. Er hat 25.000-,€ von dem Grundkapital finanziert, Gründungsnebenkosten sind nicht entstanden. Sein Partner bietet ihm an, seine Anteile für 250.000-,€ zu übernehmen. Die Kosten für den Verkauf will dieser auch tragen.

1. „U kann vom Kaufpreis nur die Anschaffungskosten, hier 12.500-,€, absetzen. Der Veräußerungserlös beträgt 237.500-,€. Der Freibetrag auf diese Veräußerungserlöse beträgt 9.060-,€. Er verringert sich um den Betrag, den der Gewinn 36.100-,€ übersteigt. Zudem werden Freibetrag und Kürzungsgrenze nur bei der Veräußerung von 100% der Gesellschaftsanteile gewährt. Ansonsten werden sie anteilig gekürzt. Der U könnte also nur einen Freibetrag von 4.530-,€ und eine Kürzungsfreigrenze von 18.050-,€ beanspruchen. Der Gewinn des U ist deutlich über der Kürzungsfreigrenze. Es bleibt daher bei den 237.500-,€ zu versteuerndem Veräußerungsgewinn.

2. Allerdings wird diese Summe nach dem sogenannten Teileinkünfteverfahren besteuert, d.h. es werden 60 % des Gewinns mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Geht man wie im ersten Fall davon aus, dass sich U im Spitzensteuersatz befindet, unterliegen 142.500-,€ (237.500-,€ x 60%) der Besteuerung mit 44,31% Spitzensteuersatz zzgl. Soli. U muss EUR 63.141,75 Steuern zahlen. Von den 250.000-,€ verbleiben ihm 186.858,25-,€.“

Sie denken darüber nach ihren Unternehmen zu verkaufen? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie unsere erfahrener Nachfolgeberater noch heute.

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