Nachfolgeregelung interne oder externe Nachfolge

In Familienunternehmen wird überwiegend noch die Nachfolge innerhalb der Familie bevorzugt. Viele Seniorunternehmer wünschen sich, dass das eigene Lebenswerk durch den Sohn oder die Tochter fortgeführt wird und das Unternehmen in der Familie bleibt. Emotional ist dies verständlich, doch ist es auch betriebswirtschaftlich sinnvoll? Die Antwort auf diese Frage umfasst diverse Facetten.

Vielfach wird bei einer Stabübergabe innerhalb der Familie unterstellt, dass der Nachfolger 
aufgrund der familiären Bande stärker mit dem Unternehmen verbunden ist als dies bei einer externen Nachfolge der Fall wäre. Man geht automatisch von einem größeren Interesse am Erhalt des Unternehmens und an der Sicherung für kommende Generationen aus. Das kann so sein, muss es aber nicht. Häufig wird übersehen, dass familieninterne Nachfolgelösungen auch Konfliktpotentiale 
bergen – insbesondere, wenn die Übergabe zwischen “Senior” und “Junior” nicht klar geregelt ist. 
Schon manches Unternehmen ist an Familienzwistigkeiten gescheitert.

Was ein familieninterner Nachfolger mitbringen sollte

Grundsätzlich kommt eine interne Nachfolge nur in Betracht, wenn tatsächlich ein Nachfolger zur Verfügung steht. Dass ein Sohn oder eine Tochter vorhanden ist, reicht alleine nicht. Es muss die Bereitschaft bestehen, das Unternehmen weiter zu führen. Außerdem muss der Nachfolger auch persönlich und fachlich in der Lage sein, diese Aufgabe zu übernehmen. Beides ist keine Selbstverständlichkeit. Häufig werden in der nächsten Generation andere Lebensentwürfe verfolgt, auf die Ausbildung und erste berufliche Tätigkeiten ausgerichtet werden. Es gelingt nur den wenigsten, ohne innere Bereitschaft und entsprechende Qualifikation als Unternehmenslenker erfolgreich zu sein. Und reine Familienzugehörigkeit ist kein Ausweis für unternehmerische Befähigung, wenn Know-how und Expertise fehlen.

Daher ist manch Seniorunternehmer, der sein Lebenswerk erhalten möchte, gut beraten, die externe Nachfolge als Lösung der Nachfolgeproblematik zu wählen. Es ist auf diesem Weg in vielen Fällen einfacher möglich, einen Nachfolger zu finden, der die notwendigen Eigenschaften mitbringt, um das Unternehmen fortzuführen und voranzubringen. Die externe Nachfolge wird oft über einen Firmenverkauf realisiert. Das kommt den Interessen vieler Nachfolger entgegen, die das Unternehmen nicht nur als Geschäftsführer leiten und gestalten, sondern auch Eigentümer sein wollen. Für den Altinhaber und seine Familie bedeutet der Firmenverkauf, das Familienunternehmen endgültig und vollständig oder aber auch nur zum Teil aus den Händen zu geben.

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Es gibt auch Zwischenlösungen

Trotzdem muss der Ausweg aus der Nachfolgeproblematik nicht zwangsläufig ein Abwägen zwischen interner oder externer Nachfolge sein. Es gibt auch Zwischenlösungen. Eine besteht darin, bei der Nachfolge stärker zwischen “Eigentum” und “Besitz” zu trennen. Die Unternehmensanteile können im Eigentum der Familie bleiben, während die Führung des operativen Geschäftes einem Nachfolger überlassen wird. Ggf. sind auch Lösungen denkbar, bei denen die Familie weiter mit nennenswerten Anteilen am Unternehmen beteiligt bleibt. Über die Vertretung in einem Kontrollgremium lässt sich sicherstellen, dass weiterhin Einflussmöglichkeiten im Hinblick auf die strategische Unternehmensausrichtung bestehen, ohne sich um das operative Geschäft kümmern zu müssen.

Richtige oder falsche Lösungen gibt es in diesem Zusammenhang nicht – es kommt immer auf die Umstände im konkreten Einzelfall an. Pro und Contra einer internen oder externen Nachfolge sind jeweils abzuwägen. Die Begleitung des Nachfolgeprozesses durch eine unabhängige Beratung mit einem “objektiven und neutralen Blick” macht dabei Sinn.

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