Unternehmensnachfolger

In vielen mittelständischen Unternehmen findet ein Generationenwechsel statt. Bei der Stabübergabe 
an den Unternehmensnachfolger wird zwar immer noch eine Lösung innerhalb der Familie bevorzugt und überwiegend auch realisiert. Doch der Anteil familienfremder Nachfolgen über einen Firmenverkauf wächst – gerade, da die Gründe dafür, Nachfolger zu werden, vielfältig und attraktiv sind.

Ob intern oder extern, aus der Familie oder außerhalb der Familie – wie sieht heute ein typischer Unternehmensnachfolger aus? Mit dieser Frage hat sich die Studie “Generationenwechsel im Mittelstand” befasst. Sie wurde im Auftrag der BW Bank von den in Mannheim ansässigen Forschungsinstituten ZEW – Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung – und ifm – Institut für Mittelstandsforschung – erstellt. Die Studie hat unter anderem Nachfolgelösungen in mittelständischen Familienunternehmen in den 2000er-Jahren untersucht. Hier einige wesentliche Erkenntnisse im Überblick.

Jeder fünfte Unternehmensnachfolger ist extern

Bei den untersuchten “Generationenwechseln” stammt der Nachfolger für das Unternehmen in 57 Prozent der Fälle noch aus der eigenen Familie. Das zeigt, dass diese Nachfolgeform in Familienunternehmen nach wie vor erste Wahl ist. Die interne Nachfolge durch Manager oder Mitarbeiter des eigenen Unternehmens erreicht einen 22 Prozentanteil. Nahezu die gleiche Bedeutung hat mit 21 Prozent die externe Nachfolge in Verbindung mit einem Unternehmensverkauf. Die Wissenschaftler hinter der Studie prognostizieren, dass angesichts des demografischen Wandels familienfremde Lösungen künftig deutlich zunehmen werden.

Ein erfreuliches Ergebnis der Auswertung ist der vergleichsweise geringe Anteil ungeplanter Unternehmensnachfolgen. Nur neun Prozent der untersuchten Nachfolgen fanden ungeplant und vorzeitig – durch Tod oder Krankheit des Inhabers – statt. In der überwiegenden Zahl der Fälle 
ist Zeit, die Nachfolge systematisch anzugehen. Das gilt auch bezüglich der Unternehmensnachfolgerwahl. Ein Nachfolger für ein Unternehmen benötigt Know-how und Erfahrung, damit der Generationenwechsel erfolgreich gelingt. Er ist wichtiges Humankapital, das sich auf den Unternehmenswert auswirkt und die Unternehmenszukunft prägt. Wie sieht es damit aus?

Der Nachfolger – im Schnitt 38, gut qualifiziert und erfahren

Ein wichtiger Indikator für Erfahrung ist das Alter. Zwei Drittel der Nachfolger für Unternehmen
sind der Studie zufolge zwischen 30 und 44 Jahre alt. 20 Prozent gehören der Altersgruppe 45 bis 59 Jahre an. Jeder achte Nachfolger ist jünger als 30, nur ein Prozent älter als 59. Das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren. Interessant dabei: familieninterne Nachfolger gehören eher
 den jüngeren Altersklassen an, familienfremde dagegen den älteren. Grundsätzlich sind die Nachfolger also mittleren Alters. In dieser Altersklasse ist die 
Berufsausbildung üblicherweise bereits länger abgeschlossen und es bestand intensiver Gelegenheit, berufliche Erfahrung zu sammeln und gegebenenfalls einen finanziellen Grundstock für einen Firmenkauf aufzubauen. Unternehmensnachfolger jenseits der 59 Jahre sind sehr rar, was nicht weiter überrascht.

71 Prozent der Nachfolger verfügen über einen Hochschulabschluss. 40 Prozent besitzen – stattdessen oder zusätzlich – eine Berufsausbildung. 18 Prozent haben eine Meister- oder Technikerschule absolviert. Tendenziell sind familienfremde Unternehmensnachfolger häufiger akademisch gebildet als familieninterne. Bei den Hochschulabschlüssen dominieren mit über 90 Prozent wirtschafts- oder ingenieurwissenschaftliche Abschlüsse. Bei den Ausbildungen zeigen sich vergleichbare Schwerpunkte in den Bereichen “Wirtschaft, Recht, Verwaltung” (39 Prozent) und “Fertigung, Installation, Technik” (30 Prozent) – aber nicht ganz so ausgeprägt. Hier besteht eine etwas breitere Fächerung. Die Kombination “Berufsausbildung + Hochschulabschluss” bringt jeder fünfte Unternehmensnachfolger mit.

Berufserfahrung besitzen die meisten Unternehmensnachfolger – 75 Prozent davon im betreffenden Unternehmen (im Schnitt fast zehn Jahre Betriebszugehörigkeit). Über Branchenerfahrung verfügt etwa jeder sechste Nachfolger und Leitungserfahrung in Unternehmen hat fast jeder dritte. Der Schluss lautet daher: praktische und theoretische Qualifikation in Verbindung mit langjähriger Berufserfahrung – das zeichnet heute durchaus viele Unternehmensnachfolger aus.

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