Die 10 häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf

 In Nachfolgeproblem

Ein Unternehmensverkauf ist alleine schon kein einfaches Anliegen, doch einen Unternehmensverkauf erfolgreich zu gestalten und dabei auf alle involvierten Parteien Rücksicht zu nehmen ist ein noch weitaus komplexeres Verfahren. Dies gilt besonders für Unternehmer, denen daran gelegen ist ihren Arbeitnehmern auch nach dem Verkauf eine sichere Arbeitsstelle zu garantieren. Falls dies nicht in Ihrem Interesse liegt, müssen Sie ab hier nicht mehr weiterlesen. Andernfalls sind folgende Aspekte, die eine reibungslose Übergabe garantieren und es ermöglichen, typische Fehler zu verhindern, von großem Interesse.

1. Klare Ausstiegsvision

Um den Verkauf überhaupt zu tätigen muss klar sein, was mit der Firma geschieht und wer übernimmt. Soll ein externer Geschäftsführer angeheuert werden und Ihr Unternehmen nicht an Nachkommen übertragen wird stellen sich immernoch einige Fragen. Erst wenn Sie sich selber sicher sind, wie viele der Anteile Sie verkaufen wollen kann der Verkaufsprozess beginnen. Ihre Optionen sind hier vielzählig, ob ganz verkauft wird und ein Kontrollgremium die Geschäftsführung übernimmt oder Sie dennoch Minderheitsanteile  behalten um die Zukunft des Unternehmens noch weiter mitgestalten können.

2. Sich der Strategischen Erfolgsposition (SEP) bewusst sein

Wer verkaufen will, muss sich auch im Klaren darüber sein, wie die Firma nach außen hin dargestellt wird. Grundsätzlich hat jedes Unternehmen einige Faktoren, die es besonders auszeichnen und die Ihnen als jetzigem Geschäftsführer wichtig sind – heben Sie diese hervor! Zum Einen bietet dies die Möglichkeit den Kaufpreis zu erhöhen indem der Wert der Firma gesteigert wird. Zum Anderen erlaubt es Ihnen auch Eigenschaften der Firma die Ihnen persönlich wichtig sind und die Sie gerne beibehalten würden besonders herauszustellen.

3. Zeitpunkt wählen

Der Zeitpunkt ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Entgegen herkömmlicher Auffassung ist der Verkauf, wenn man sich nicht mehr in der Lage sieht das Unternehmen zu führen, oft schon zu spät. Ähnlich wie im “Show-Biz” kann hier der Aphorismus ,,Man soll aufhören wenn’s am Schönsten ist” angewendet werden. Grund dessen sind hauptsächlich 3 Faktoren. Erstens bietet Ihnen ein vorzeitiger Verkauf eine bessere Verhandlungsposition. Sie stehen nicht unter Zeitdruck und können mögliche Angebote und Optionen gründlich abwägen um die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Zweitens steigert auch hier die positive Performance Ihres Unternehmens die aktuellen Marktwert und somit auch den voraussichtlichen Verkaufspreis. Drittens wollen Sie bestimmt auch bis zu einem gewissen Grad etwas von den Profiten haben, ob diese neu investiert werden oder ein alter Traum endlich in Erfüllung gehen soll ist jedem freigestellt.

4. Rechtzeitige Vorbereitung

Um sich von eben jenem Zeitdruck zu lösen spielt die sorgfältige Vorbereitung eine essentielle Rolle. Falls kurz vor dem Verkauf noch einmal alle Bücher auf Vordermann gebracht werden müssen, kann dies einige Prozesse verlängern oder gänzlich aufhalten. Diese Komplikationen sind leicht vermeidbar. Um sich nicht noch mehr Stress auszusetzen empfehlen wir sich zeitig zu informieren, was man genau für den Unternehmensverkauf benötigt und wer Ihnen behilflich sein kann. Weitere Informationen diesbezüglich finden Sie hier.

5. Werteinschätzung

Einer dieser Aspekte, die Vorbereitung benötigen, ist der Marktwert des Unternehmens. Die ursprüngliche Methode der Markwertermittlung im deutschsprachigen Raum ist das sogenannte Ertragswertverfahren. Mittlerweile allerdings gibt es eine Alternative aus dem angloamerikanischen, das Discounted Cash Flow Verfahren (DCF). Die Verfahren dienen dazu, eine zu subjektive Werteinschätzung zu vermeiden. In vielen Fällen hängen vor allem Gründer auch emotional an Ihren Firmen. Zwar ist dies oft begründet, doch neue Käufer teilen nicht unbedingt die gleichen Ansichten mit Ihnen oder haben den gleichen emotionalen Draht. Deshalb ist es von Vorteil objektiv zu bleiben und den Wert nicht zu überschätzen, dies könnte einem Verkauf im Weg stehen. In Kombination mit unserem Expertenteam können somit faire als auch attraktive Verkaufspreise ausgehandelt werden. Falls Sie noch mehr zu den Unterschieden der Wertungsverfahren wissen wollen, klicken Sie hier.

6. Nachfolgespezialisten

Wie sich herauskristallisiert, ist der Unternehmensverkauf ein weitreichendes und kompliziertes Verfahren, das einiges an “Know-How” und Expertise erfordert. Typischerweise dauert der ganze Verkauf  bis  zu Vertragsabschluss mehrere Monate,  bei einem Prozess dieser Ausmaße gibt es etliche Schritte und Phasen zu berücksichtigen. Daher ist es in Ihrem Interesse, einen externen Nachfolgespezialisten zu engagieren der sich mit all diesen Prozessen auskennt. Dieser sollte auch  im Stande sein Ihre intrinsischen Motivationen nachzuvollziehen und zu berücksichtigen. Carl steht Ihnen hierbei gerne als kompetenter und erfahrener Partner zur Seite.

7. Transparenz

Häufig geschieht es, dass vermeintlich nebensächliche Details bei der anfänglichen Datenverarbeitung in der Präparationsphase vergessen oder absichtlich ausgelassen werden. Diese scheinbar uninteressanten Kleinigkeiten können aber gravierende Folgen mit sich führen. Werden diese bei der kompletten Untersuchung Ihres Unternehmens (Due Diligence) von dem Käufer festgestellt, führt dies in jedem Fall zu einer Verminderung des Kaufpreis und im schlimmsten Fall zum Platzen des Deals.

8. Vertraulichkeit

Aus den oben dargelegten Gründen ist es wichtig, Ihren Beratern und dem Käufer vollstes Vertrauen gegenüber zu bringen. Alle involvierten Parteien sind rechtlich an Geheimhaltungsvereinbarung gebunden und würden bei Bruch derer zahlungspflichtig werden. In beiden Fällen bleiben Sie als Unternehmen geschützt und können sich zusätzlich die Freiheiten herausnehmen, die Sie für die sorgfältige Besprechung des Verkaufs benötigen. Nur durch Kooperation kann Ihr Partner Sie unterstützen und adäquat beraten.

9. Steuer und Recht

Auch bei steuerlichen und rechtlichen Fragen treten oft Probleme auf, die meistens extensive Einarbeitung oder einen Spezialisten erfordern. Alleine der Veräußerungserlös  unterliegt direkt der Einkommenssteuer und der daraus resultierende Gewinn ebenfalls wieder Steuerprogressionen. Optionen wie der Altersfreibetrag, die Fünftelregelung (§ 34 Abs. 1 EStG), die Option ermäßigte Besteuerung (§ 34 Abs. 3 EstG) oder das Teilkünfteverfahren könnten hier relevant sein. Rechtlich ist der Unternehmensverkauf ähnlich tückisch, verschiedene Arbeits-, Haftungs- und Versicherungsverträge deuten auch wieder stark auf professionelle Hilfe, die ihren Transaktionsprozess juristisch unterstützen. Mehr zur Versteuerung und Recht finden Sie hier.

10. Übergabe Plan und Integration der Mitarbeiter

Dann gibt es auch noch die Arbeitnehmer des Unternehmens, die wohl nach dem Verkäufer selber am meisten von dem Verkauf betroffen seien werden. Der neue Inhaber tritt in die Arbeitgeberstellung ein und übernimmt alle Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Umso wichtiger ist es also sich vor der endgültigen Übergabe des Unternehmens zu vergewissern, dass alle Arbeitsplätze gesichert sind.

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