Selber zum Käufer werden – Wie Mittelständler anfangen die Start-up Szene aufzumischen

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Selber zum Käufer werden – Wie Mittelständler anfangen die Start-up Szene aufzumischen

Größere Anteile eines Start-ups akquirieren. Für die meisten Mittelständler unvorstellbar. Doch mit der Start-up Szene in Deutschland, wächst auch nach und nach das Interesse von Mittelständlern in diese zu investieren. Und das nicht ohne Grund: In dem jährlichen DMS Gründerbericht stellte sich heraus, dass im Jahr 2017 sich 25,6% der Start-ups in der Growth Stage befindet. Das bedeutet, dass jedes vierte Start-up bereits mit einem markttauglichen Angebot und einem erheblichen Nutzer- und/oder Umsatzwachstum dienen kann. Optimal also für einen Mittelständer, der mit einem Investment an der Gründerszene teilhaben möchte.

Unternehmenssitze Start-Up - Map

Hauptsitz der Startups nach Bundesländern und Gründerregionen (2017)

 

Beispiele für Mittelständler in der Start-up Szene

1872 wurde das auf Parkhäuser spezialisierte Unternehmen Scheidt & Backmann gegründet. Und auch aufgrund dieser langjährigen Unternehmensgeschichte waren die Manager des KMUs zunächst skeptisch gegenüber einem Investment in das Kölner Start-up Evopark. „Die Jungs sind durchaus ein paar Mal abgeblitzt, aber irgendwann bekamen sie einen Termin“, erzählt der Manager von Scheidt & Backmann der Gründerszene. Dezember letzten Jahres entschloss sich der Mittelständler sogar Mehrheitsanteile an dem Park-Startup zu übernehmen.

Ein weiteres Beispiel für einen erfolgreichen mitteständischen Einstieg in die Start-up Szene ist der Elektrogeräthersteller BSH Hausgeräte, welche in das Berliner App- Jungunternehmen Kitchen Stories investiert hat.  Das von unter anderem Apple CEO Tim Cook gefeierte Kochrezepte Start-up wurde um 65% von der Bosch Tochtergesellschaft übernommen. Beide Gründerinnen des Start-ups möchten langfristig noch an dem Business beteiligt blieben. BSH Hausgeräte möchte die von dem Jungunternehmen entwickelte Technologie zukünftig in die eigene Home Connect App integrieren. So soll können zukünftig Ofentemperaturen, die für die ausgewählten Rezepte empfohlen werden, geregelt werden.

 

Motivationsanstoß aber noch immer scheu

Diese gelungenen Beispiele einer mittelständischen Akquise von Start-ups sind noch leider nicht der Regelfall. Eher im Gegenteile: Zwar gab es in den letzten Jahren immer mehr Beteiligungen dieser Art, jedoch scheint der durchschnittliche Mittelständler noch immer vor dem Einstieg in die Gründerszene zu scheuen.

Dies kann einerseits an der Tatsache liegen, dass viele mittelständische Unternehmen größtenteils kreditfinanziert sind. Auch wenn in den letzten Jahren KMUs immer mehr die auf die Eigenfinanzierung setzen, so bleibt ein neues, größeres Investment wie das in ein Start-up noch immer riskant.

Andererseits ist der Kauf eines Unternehmens nicht nur mit einer größeren Verantwortung, sondern auch mit einem Einstieg in für das Unternehmen zumeist weniger bekannte Gebiete. Dabei kann jedoch nicht nur das Wissen des erworbenen Startups von sein Vorteil, sondern auch der grundsätzliche Zugang zur Szene, um Informationen über aktuelle Trends und Innovationen zu erlangen. Das Stichwort Digitalisierung fällt dabei immer öfter. Das Problem: Besonders Fintech- Startups wirken auf Mittelständler eher kryptisch.

 

Wie man als Mittelständler Schritt für Schritt in die Start-up- Szene einsteigen kann

Sie sind auf ein Start-up aufmerksam geworden, dass Ihrem Business einen Mehrwert bringen könnte? Oder Sie sind gerade erst auf den Geschmack der Gründerszene gekommen und wollen das Angebot erst einmal in Augenschein nehmen?

Wir haben für Sie eine kurze Checkliste erstellt, die man als mittelständischer Investor befolgen kann:

 

Prüfung der Integrität in das eigene Business Model

Vor allem, wenn Sie planen, neue Technologien aus dem Start-up für Ihr eigenes Unternehmen zu verwenden, sollte zunächst die Integrität dessen in das eigene Unternehmenskonzept geprüft werden. Dabei ist es wichtig die eigene Kapazität für beispielsweise neue Technologien zu prüfen und inwieweit diese einen Mehrwert für das Unternehmen bringen.

 

Minderheitsbeteiligung

Um erst einmal einen Einblick in das Start-up zu bekommen, kann dies durch eine Minderheitsbeteiligung ermöglicht werden. Zwar hat der Mittelständler nicht die Mitsprache in dem Start-up gewährleistet, jedoch ist dies eine Möglichkeit, um sich langsam heranzutasten.

 

Unternehmensbewertung

Sollten Sie eine Akquise anstreben, so sollten Sie das Unternehmens zunächst einmal professionell bewerten lassen. Vor allem bei gerade aufstrebenden Jungunternehmen ist dies nicht immer leicht, da man teilweise Prognosen miteinbeziehen muss. Alles zu dem Thema Unternehmensbewertung finden Sie hier.

 

VC as a Service

Falls man die Verantwortung doch in andere Hände geben möchte, so kann man in Firmen investieren, die Venture Capital als Service anbieten (beispielsweise Redstone). Das heißt, dass eine spezialisierte Investment Firma für Sie die richtigen Unternehmen aussucht, bewertet und die Akquise leitet. Der Vorteil dabei ist, dass man einen Experten heranzieht und die Rendite des Investments erhält, jedoch leicht höhere Managementgebühren aufkommen, als es bei einer traditionellen Kapitalbeteiligungsgesellschaft.

 

Eines sollte man jedoch immer beachten, wenn man in ein Start-up investieren möchte: Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt bezüglich der Profitabilität des Jungunternehmens und auch auf die Fähigkeit des Managements das Unternehmen in Zukunft weiter aufzubauen. Denn der Jockey ist immer wichtiger als das Pferd.

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