Branchenfokus Medtech – Goldgrube oder Sackgasse?

 In Marktumfeld

Mit über 1200 verschiedenen Herstellern ist die deutsche Medizintechnik ein immer weiter florierender Markt. Die Nachfrage nach neuen und innovativen Produkten wächst immer weiter, mit ihr der Wert der in dem Bereich tätigen Unternehmen. Dadurch wird der Markt immer komplexer und es fassen immer weitere Entwicklungsmöglichkeiten Fuß, unter anderem gewinnen daher M&A Prozesse immer weiter an Relevanz. Die Gründe hierfür sind divers, doch für das Überleben der Firmen aus der Branche extrem wichtig. Hauptsächlich ist das Problem, dass viele zu kleine Unternehmen auf dem Markt sind. Von den genannten besitzen circa 750 Unternehmen weniger als 50 Mitarbeiter. Auf Dauer werden alle diese kleineren Unternehmen auf Grund von Skaleneffekten und anderen Faktoren nicht mit den steigenden Anforderungen des Markts oder der Konkurrenz mithalten können. Hier werden viele Parallelen zu der anfänglichen deutschen Autoindustrie gezogen. Dort wurde der Markt im deutschsprachigen Raum anfangs von hunderten kleineren Unternehmen dominiert, die alle separat agierten und sich alle auf verschiedene Sektoren der Automobilherstellung konzentrierten. Nach und nach fusionierten immer mehr von ihnen, bis schließlich die wesentlichen „Big Player“ überblieben die wir auch heute noch kennen, sprich die Volkswagen Gruppe oder die Daimler AG. Ähnlich soll es auch in der Medizintechnik verlaufen, doch hier sind die Motivationen leicht anders als in der Automobilindustrie.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Spectaris

 

Starke Spezialisierung

Hauptgrund der starken Zersplitterung sind oft extrem spezifische Produkte und sehr spezialisierte Absatzmärkte in der Medtech Branche. Produkte hier sind zum Beispiel Langzeit-EKG-Geräte, die aufwärts von 4.000 € liegen, oder auch mobile Röntgengeräte die ein vielfaches davon wert sind. Diese oder ähnliche Instrumente werden nur in Krankenhäusern oder anderen spezialisierten medizinischen Instituten gebraucht, da Sie sehr beschränkte Anwendung haben und ausführliches Training benötigt wird, um diese Gerätschaften zu benutzen. Für die Hersteller birgt dies einige Risiken, da sie meist sehr abhängig von den Umsätzen von einem einzigen Produkt sind, Diversifizierung aber schwierig ist, da die nötige Expertise nicht gegeben ist oder die Produktanforderungen qualitativ extrem schwierig zu implementieren sind. Somit bleibt die Monostruktur des Unternehmens meistens bestehen, was auf Dauer aber sehr riskant sein könnte, falls ein hochwertigeres oder innovativeres Produkt auf dem Markt auftaucht und die Kundschaft den Zulieferer wechselt. Es herrscht also ein natürlicher Drang, das Produktangebot der Medtech-Firmen zu diversifizieren, gleichzeitig sind keine organischen Methoden wirklich zielführend.

 

Orientierung Richtung Kunden

Auf der anderen Seite suchen Kunden nach Produzenten, die gleichzeitig alle benötigten Produkte liefern können. In einem Markt, in dem jedes Unternehmen jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Produkten herstellt und liefert wird es immer schwieriger und zeitaufwendiger, die nötigen Ausstattungen für Praxen einzukaufen. Für eine Zahnarztpraxis ist es selbstverständlich wesentlich einfacher und komfortabler, sowohl Bohrer als auch Zahnsteinentferner und Behandlungseinheiten alle zusammen bei einem Lieferanten einzukaufen. Als Lösung gibt es zwar einige Lieferanten, die diese Lücke erkannt haben und diverse Produkte anbieten, aber die hier anfallenden Kosten steigern die bereits hohen Preise der Geräte noch weiter. Sie sind also für Kunden keine optimale Lösung. Daher herrscht also auch ein natürlicher Druck von Seiten der Kunden aus, dass Medtechs ihr Produktangebot ausweiten und die Kundenfreundlichkeit der Branche erhöhen.

 

Unternehmen werden gezwungen zu fusionieren

Die Lösung zu diesem Problem ist naheliegend: Fusionieren. Durch Zusammenschlüsse zwischen mehreren Unternehmen werden genau diese Ansprüche der Industrie und der Kunden erfüllt. Der Zukauf eines bereits spezialisierten Unternehmens entlastet die neuen Besitzer davon, selber die benötigte Expertise anzuheuern. Die akquirierten Unternehmen erfüllen bereits die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards. Dies lässt sich gut an einem Fallbeispiel illustrieren. Beispiel hier sind die Röchling-Gruppe und Frank Plastic AG. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten die Frank-Unternehmensgruppe mit ihren 260 Mitarbeiter 32,4 Mio. Euro Umsatz im Bereich Spritzguss und Extrusion. Die Übernahme resultierte aus verschärften Anforderungen der neuen Europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) der regulatorischen Angelegenheiten (Regulatory Affairs). Frank Plastic hat in diesem Bereich schon einige Erfahrungen gesammelt.

„Diese regulatorische Kompetenz und das bestehende Innovationsmanagement sind wesentliche Kompetenzergänzungen im Netzwerk der Medical-Unternehmen der Röchling-Gruppe“, so CEO Hans-Peter Knaebel über die Akquise.

Ebenso stellte der Geschäftsführer heraus, dass das bestehende Produktportfolio von Frank perfekt in diesen Marktsegmenten ergänzt. Großes Hindernis ist hier ironischerweise die hohe Profitabilität der Mechtechs. Die damit verbundenen hohen Preise sind 2018 derart gewachsen, dass Merger-Zahlen deutlich zurückgegangen sind, weil Investoren kaum noch mit den hohen Preisen mithalten können. Die Röchling-Gruppe ist hier ein gutes Beispiel von Unternehmen, die sich ständig weiterentwickeln und so langfristig gesehen bessere Geschäftsaussichten haben.

 

Medtech und Mergers Hand in Hand

Dies zeigt, dass Unternehmenszusammenschlüsse tatsächlich eine große Rolle in der Medizintechnik spielen werden. Um den immer weiter ansteigenden Anforderungen der Kontrollorgane und der Kunden nachzukommen, sind Fusionen zwischen komplementären Unternehmen wichtige Möglichkeiten mit dem Markt mitzuhalten. Bei diesen Prozess unterstützt Carl Sie gerne, um passende Investoren für ihr medizintechnisches Unternehmen zu finden klicken sie hier.

 

 

Quelle: DeviceMed – Röchling wächst weiter in Medizin- und Industrietechnik

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