Post-Merger-Integration beim Firmenkauf

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Post-Merger-Integration beim Firmenkauf

In vielen Fällen ist der Käufer beim Firmenverkauf ein strategischer Investor. Dessen Interesse an der Nachfolge besteht darin, das eigene Geschäft durch den Zukauf sinnvoll zu ergänzen und zu erweitern – zum Beispiel durch ein differenzierteres Produktportfolio, die Erschließung neuer Märkte oder die Nutzung von Patenten und Lizenzen.

Die Herausforderung für den Nachfolger bei solchen Investments besteht in der Post-Merger-Integration. Mit diesem Begriff wird die Eingliederung des erworbenen Unternehmens in das bestehende Unternehmensgefüge verstanden. Das hat sowohl rechtliche als auch betriebswirtschaftliche Aspekte. Verhältnismäßig unkompliziert ist in der Regel die rechtliche Integration. Wesentlich schwieriger gestaltet sich die betriebswirtschaftliche und “kulturelle” Seite. Erst im Zuge der Eingliederung zeigt sich, ob der Unternehmenswert dem entspricht, was tatsächlich gezahlt wurde oder ob der Unternehmensverkäufer einen Verkaufspreis für sein Unternehmen “über Wert” erzielt hat.

 

Mit einem Integrationsprojekt Post-Merger-Integration umsetzen

Der Erfolg einer strategischen Unternehmensakquisition hängt davon ob, dass die Post-Merger-Integration gelingt. Dabei handelt es sich einerseits um einen Prozess, also einen sich über einen gewissen Zeitraum erstreckenden Vorgang mit einzelnen Schritten, andererseits um ein einmaliges, zeitlich befristetes Vorhaben mit einem klaren Ziel – also ein Projekt. Das Aufsetzen eines Integrationsprojektes, in dessen Rahmen der Integrationsprozess organisiert und gesteuert wird, ist ein Schlüsselfaktor für Post-Merger-Integration beim Firmenverkauf. Das Projekt sollte bereits vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages starten, denn die Integration erfordert üblicherweise einen zeitlichen Vorlauf mit entsprechender Vorbereitung und Planung.

 

Worauf bei Post-Merger-Integration achten

Bei jeder Post-Merger-Integration stoßen zunächst unterschiedliche Geschäftsmodelle, Abläufe, Unternehmenskulturen und auch handelnde Personen aufeinander, die nicht ohne weiteres zueinander passen. In der Regel bedeutet die Integration gerade im übernommenen Unternehmen erhebliche Veränderungen, die naturgemäß auf Widerstände stoßen. Das Integrationsprojekt muss solche Hürden überwinden und dafür sorgen, dass aus dem “Nebeneinander” – im schlimmsten Fall “Gegeneinander” – ein “Miteinander” wird.

 

1. Führungsorganisation vernetzen 

Bisher unterschiedliche Führungsorganisationen müssen miteinander verzahnt werden. Zuständigkeiten und Kompetenzen sind neu zu definieren. In der Regel geht es auch darum, Führungspositionen neu zu besetzen. Nach Abschluss der Post-Merger-Integration muss eine einheitliche, in sich stimmige Führungsstruktur bestehen.

 

2. Außenauftritt anpassen 

Der Unternehmenskauf und die Integration sind auch eine Aufgabe nach außen. Kunden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit ist der Sinn und Zweck der Firmenakquisition zu erläutern und welche (positiven) Auswirkungen sich für die bestehenden Beziehungen ergeben. Ggf. ergibt sich Anpassungsbedarf bei Marken und dem CD.

 

3. Mitarbeiter integrieren

Die Mitarbeiter müssen dazu motiviert werden, an einem Strang zu ziehen und dem Unternehmen weiterhin verbunden zu bleiben. Schlüsselpersonen sind zu halten. Dies ist u.a. eine Aufgabe für die interne Unternehmenskommunikation und wird durch weitere Maßnahmen (Schulungen, Anreizsysteme) flankiert. Das Integrationsprojekt entwickelt dafür Lösungen.

 

4. Operatives Geschäft und Abläufe verzahnen 

Die Integration ist oft Anlass, bestehende Abläufe grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen. Welche Prozesse können unverändert beibehalten werden? Wo sind Anpassungen erforderlich? In welchen Bereichen müssen Abläufe neu gestaltet werden? Auf diese Fragen muss das Integrationsprojekt Antworten geben.

 

Der größte Fehler ist, wenn die Post-Merger-Integration als lästige Aufgabe gesehen wird, die sich quasi “nebenher” erledigen ist. Mit der Integration werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Ein misslungener Integrationsprozess lässt sich später nur schwer korrigieren.

 

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