Finanzierung des Firmenkaufs

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Finanzierung des Firmenkaufs

Im Mittelstand ist die Nachfolge durch einen familienexternen Käufer eine häufig gewählte Lösung
 – gerade dann, wenn kein Nachfolger aus der Familie zur Verfügung steht. Für den Käufer bedeutet der Unternehmenskauf eine Chance, eine unternehmerische Existenz zu verwirklichen, ohne von Grund auf eine neue Firma aufbauen zu müssen.

Die Finanzierung der Transaktion bildet allerdings vielfach eine hohe Hürde. Nur die wenigsten
 Käufer besitzen die erforderlichen Mittel für den Unternehmenskauf. Fast immer werden für die Nachfolge externe Geldgeber benötigt. Diese müssen allerdings zunächst von der Tragfähigkeit des Vorhabens überzeugt werden. Erst wenn die Finanzierung abgesichert ist, kann der Unternehmenskauf umgesetzt werden.

 

Unternehmenskauf kostet mehr als Neugründung

In der Regel ist der Finanzierungsbedarf größer als bei einer Unternehmensneugründung. Das ist einfach zu erklären. Im Rahmen des Kaufpreises sind nicht nur die Sachwerte der Firma zu bezahlen, sondern auch der Firmenwert, der durch eine etablierte Marktposition, eingespielte Organisation und gewachsene Geschäftsverbindungen entsteht. Dieser “Mehrwert” kostet – bei einer Neugründung muss er dagegen im Rahmen des Firmenaufbaus erst geschaffen werden.

Meist ist es auch mit einer einfachen Fortführung nach dem Firmenverkauf nicht getan. Der Nachfolger muss den Betrieb neu ausrichten, damit er in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Dies
führt zu Investitionsbedarf – zum Beispiel für Modernisierung, Umstrukturierung oder Geschäftserweiterung. Die Ermittlung des Kapitalbedarfs, um beides darzustellen – den Kaufpreis und die nötigen Investitionen – bildet daher den ersten Schritt einer Finanzierungslösung. Es spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, ob der Unternehmenskauf als Share Deal (Kauf der Unternehmensanteile) oder Asset Deal (Kauf der einzelnen Wirtschaftsgüter des Unternehmens) erfolgt. Beim Asset Deal besteht allenfalls die Möglichkeit, weniger interessante Unternehmensteile aus der Transaktion auszusondern. Diese müssen dann nicht mitgekauft werden.

 

Finanzierung des Unternehmenskaufs – Mix aus Eigenkapital und Fremdkapital

Ein Finanzierungskonzept beim Unternehmenskauf besteht üblicherweise aus einem Mix aus Eigenkapital und Fremdkapital. Ganz ohne eigene Mittel wird der Kauf nur selten realisiert werden können. Mit
dem Einsatz eigenen Vermögens signalisiert der Käufer, dass er an sein Vorhaben glaubt. Außerdem verringert Eigenkapital das Risiko dritter Kapitalgeber, weil es als Verlustpuffer dient und nicht mit einem laufenden Kapitaldienst belastet ist. Mit einer soliden Eigenkapitalbasis verbessern sich die Finanzierungschancen.

Besonders günstig und vorteilhaft sind öffentliche Förderkredite, die von der KfW oder Landes-Förderbanken vergeben werden. Die meisten Förderprogramme zur Existenzgründung sind auch für eine Gründung durch Unternehmenskauf einsetzbar. Für die Investitionsfinanzierung kann darüber hinaus auf weitere Fördermaßnahmen zurückgegriffen werden. Die Förderlandschaft ist vielfältig, in der Regel führt der Weg zu Förderkrediten über die eigene Hausbank.

Interessant sind Finanzierungen mit Mezzanine-Kapital. Dabei handelt es sich um Finanzierungen, die eine Mittelstellung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital einnehmen. Mezzanine Kapital verbreitert die Risikokapital-Basis und stärkt die Kreditwürdigkeit. Dafür existieren ebenfalls
 Förderprogramme. Für Mezzanine-Finanzierungen gibt es diverse Anbieter.

 

Auch Verkäufer kann Finanzierungspartner sein

Schließlich kann der Unternehmensverkäufer selbst einen Beitrag zur Finanzierung leisten – zum Beispiel, indem er beim Kaufpreis “Ratenzahlung” akzeptiert und als Darlehensgeber fungiert. Damit lässt sich ggf. sogar ein Veräußerungsgewinn beim Unternehmensverkauf steuerlich günstig gestalten. Welche Lösung auch gewählt wird: ein Business Plan mit einem Finanzierungskonzept, das die Kapitaldienstfähigkeit belegt, ist unerlässlich.

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