Finanzielle Förderung von Nachfolgen in Deutschland

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Finanzielle Förderung von Nachfolgen in Deutschland

Die Finanzierung ist oft eine entscheidende Hürde, wenn es um die Firmennachfolge geht. Nur die wenigsten Nachfolger verfügen über einen finanziellen Hintergrund, der es ihnen ermöglicht, das Unternehmen zu kaufen, ohne auf fremde Kapitalgeber angewiesen zu sein.

Um das Scheitern von Nachfolgen an der Finanzierung zu vermeiden, gibt es öffentliche Finanzierungshilfen für den Firmenkauf. Entsprechende Förderprogramme existieren sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene. Auf Bundesebene ist in erster Linie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Förderung zuständig, auf Länderebene sind das landeseigene Förderinstitute und weitere Einrichtungen.

 

Die wichtigsten Förderprogramme im Überblick

Grundsätzlich gilt: ein spezielles Nachfolgeförderprogramm wird nicht angeboten. Aber die meisten Existenzgründungsförderprogramme sind auch für Gründungsvorhaben im Wege der Nachfolge geöffnet. Die Förderung erfolgt überwiegend über zinsgünstige Darlehen, zum Teil über “echtes” Beteiligungskapital oder Mezzanine-Kapital, vereinzelt über Zuschüsse. Über die
Gründungsprogramme hinaus kommen auch “normale” Investitions-Förderprogramme in Betracht, wenn Investitionen im Betrieb zu finanzieren sind. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten relevanten Programme:

 

1. ERP-Gründerkredit Universell

Hierbei handelt es sich um ein zinsgünstiges Darlehen bis zu 25 Mio. Euro mit Laufzeiten bis zu 20 Jahren und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren. Auf Wunsch ist eine 50-prozentige Haftungsfreistellung möglich, dadurch werden weniger Sicherheiten benötigt;

2. ERP-Gründerkredit Startgeld

Das Startgeld ist eher für Kleinübernahmen gedacht. Möglich sind bis zu 100.000 Euro Kredit mit maximal zehn Jahren Laufzeit, höchstens zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und einer Haftungsfreistellung von 80 Prozent;

3. ERP-Kapital für Gründung

Hier werden nachrangige Darlehen bis zu 500.000 Euro angeboten – auch für die Betriebsübernahme. Als Laufzeit sind 15 Jahre mit sieben tilgungsfreien Anlaufjahren vorgesehen. Durch die Nachrangigkeit besitzt das ERP-Kapital für Gründung Eigenkapitalcharakter und erweitert die Finanzierungsspielräume zusätzlich.

4. KfW-Unternehmerkredit

Der KfW-Unternehmerkredit ist die “Allzweckwaffe” für Investitionsfinanzierungen. Möglich sind Kredite bis zu 25 Mio. Euro mit bis zu 20 Jahren Laufzeit und bis zu drei tilgungsfreien
Anlaufjahren. Hier ist ebenfalls eine 50-prozentige Haftungsfreistellung möglich.

5. Hilfen von Bürgschaftsbanken

Bürgschaftsbanken sind Selbsthilfeeinrichtungen der mittelständischen Wirtschaft in den Bundesländern. Sie gewähren Bürgschaften als Ersatzsicherheiten, wenn fehlende Sicherheiten zum Problem bei der Kreditgewährung werden;


6. Hilfen von mittelständischen Beteiligungsgesellschaften

Eng mit den Bürgschaftsbanken verbunden sind die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften. Sie stellen im Rahmen einer Firmennachfolge Beteiligungskapital (stille Beteiligungen) zur Verfügung.

7. Förderung unternehmerischen Know-hows (BAFA)

Dieses vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verantwortete Programm unterstützt externe Beratung von Unternehmen mit Zuschüssen.

8. Weitere Förderprogramme auf der Ebene der Bundesländer

Auch diese Förderprogramme können für Nachfolge-Finanzierungen eingesetzt werden.

 

Der Weg zur Förderung – meist über die Hausbank

Bei darlehensbasierten Förderprogrammen führt der Weg zum Förderkredit fast immer über die
eigene Hausbank. Die KfW bzw. die Landesförderbanken betätigen sich nur als Refinanzierer. Neben der Erfüllung der Fördervoraussetzungen ist stets ein überzeugendes unternehmerisches Konzept (Business Plan) vorzuweisen, das die erfolgreiche Betriebsfortführung begründet. Einen Überblick
über die äußerst vielfältige Förderlandschaft zu gewinnen, ist nicht einfach. Eine Übersicht gewinnen Sie hier durch eine Studie des IfM Bonn, des Instituts für Mittelstandsforschung. [link: ]. Förderprogramme können auch auf www.foerderdatenbank.de – einem Angebot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – recherchiert werden. Für die richtige Kombination aus Finanzierungsmöglichkeiten empfiehlt sich allerdings 
Expertenrat.

Sie interessieren sich für den Kauf eines Unternehmens? Lesen Sie mehr in unserer Rubrik „Käuferperspektive“.

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