Digitaler Wander im Mittelstand

Digitaler Wandel, Industrie 4.0, Internet der Dinge oder Big Data – das sind Schlagworte, die fast tagtäglich zu lesen sind. Die Digitalisierung hat unser Leben verändert wie keine Entwicklung seit der industriellen Revolution – und das in rasantem Tempo. Die erste kommerzielle Internetnutzung ist keine drei Jahrzehnte alt, das Smartphone kann auf weniger als 20 Jahre Historie zurückblicken.

In diesem Zeitraum hat sich eine gewaltige Dynamik entwickelt und der Prozess ist längst nicht zu Ende. Von Cloud-Computing über Blockchain-Technologie bis hin zu Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz – ständig eröffnen sich neue Perspektiven und Felder für digitale Technik.
 Gleichzeitig wächst das Risiko, den Überblick und den Anschluss zu verlieren. Das gilt gerade für
 den Mittelstand.

Mittelstand hat bei Digitalisierung noch Nachholbedarf

In einer von der KfW im Jahr 2018 vorgestellten Studie, wurde festgestellt, dass sich immer mehr Unternehmen im Mittelstand mit dem Thema Digitalisierung befassen. Im Vergleich zu einer Studie mit dem Betrachtungszeitraum 2014-2016 beschäftigen sich bereits ein Jahr später etwa 150.000 zusätzliche Mittelständler mit dem Thema. Zwar ist ein steigendes Interesse zu verzeichnen, doch rund 70% der 3,76 Mio. Unternehmern im Mittelstand beschäftigen sich derzeit immer noch nicht mit dem Digitalisierungsthema. Interessant ist, dass sich unabhängig von der Unternehmensgröße ein Anstieg der sogenannten Digitalisierer beobachten lässt. Das Bewusstsein der Notwendigkeit der Digitalisierung ist wohl bei der Mehrheit der Unternehmer inzwischen angekommen.

Obwohl in der Breite des deutschen Mittelstands das Thema Digitalisierung auf der Agenda steht, gibt es Nachholbedarf. Denn, in der Gesamtbewertung kommt die KfW zum Schluss, dass nur etwa jedes fünfte mittelständische Unternehmen Vorreiter bei der Digitalisierung ist, knapp die Hälfte bewegt sich als “Mitläufer” im Mittelfeld und rund ein Drittel gehört zu den Nachzüglern.

Bisheriger Investitionsumfang wird nicht reichen

Obwohl die Ausgaben für die Digitalisierung insgesamt im 2018 um 1 Mrd. auf 15 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, stagnieren die durchschnittlichen Ausgaben für Digitalisierung. Während kleinere Unternehmen (weniger als 5 Mitarbeiter) mit weniger als 6.000€ recht geringe Ausgaben verzeichnen, investieren Großunternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten im Schnitt eine signifikante Summe von knapp 150.000€. .

Dabei ist zu beobachten, dass die Höhe der Ausgaben im großen Maße von der Unternehmensgröße abhängig ist. Im Gegensatz zu großen Unternehmen müssen kleinen Unternehmen aufgrund geringere Bestände an Hardware and Software weniger in Digitalisierungsvorhaben investieren. Ein weiterer Grund für die Unterschiede bei der Höhe der Digitalisieringsausgaben zwischen Größenklassen stellt die Breite der Aktivitäten der Unternehmen dar. Beispielsweise verfügen größere Unternehmen über mehr Möglichkeiten zur Implementierung von Digitalisierungsmaßnahmen, etwa weil sie über umfangreiche IT-Ausstattungen verfügen und stärker in überregionale Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben stellt für kleinere Unternehmen eine große Hürde dar, was Großprojekte oft nicht zulässt.

Sind diese Investitionen in Digitalisierung genug? Gerade im industriellen Mittelstand reichen solche bescheidenen Investitionssummen oft nicht, um den digitalen Anschluss zu finden, zu halten oder gar zum Vorreiter zu werden. Hier sind mitunter Millionen-Beträge gefragt. Dies ist schon deshalb erforderlich, um nicht dauerhaft ins Hintertreffen zu geraten. Längst nicht immer ist es möglich, ein lange erfolgreiches Geschäftsmodell gegen eine disruptive Innovation zu schützen, stattdessen wird es häufig nötig sein, sich neue digitale Geschäftsfelder zu erschließen. Hier kommen auch M&A-Aktivitäten ins Spiel.

Einkauf digitaler Geschäftsmodelle via M&A

Der Einkauf in ein digitales Start-up kann für etablierte Mittelständler ein aussichtsreicher Weg 
sein, Know-how und innovative Ideen im Bereich der Digitalisierung für sich nutzbar zu machen. Das funktioniert im Zweifel schneller und effizienter, als Eigenentwicklung zu betreiben. Was große Unternehmen schon lange kennen, entdecken inzwischen auch mittelständische Firmen für sich. Sie gründen eigene Venture Capital-Einheiten, um damit systematisch auf die Suche nach lohnenden digitalen Investments zu gehen. So lässt sich eine gezielt auf Wachstum ausgerichtete digitale Strategie verwirklichen.

Für junge Unternehmen mit innovativen Technologien ist das eine vielversprechende Entwicklung – steigen doch dadurch Chancen, an zusätzliches Kapital durch Venture Capital oder Private Equity Investitionen zu gelangen.

Hinzu kommt, dass derzeit viele mittelständische Unternehmen im Zuge einer Nachfolgelösung verkauft werden. Eine Option zur Verwendung des zufließendes Kapital stellt für die Verkäufer die rentierliche Investition in zukunftsträchtige Felder dar. Die Digitalisierung eröffnet dem Mittelstand insofern auch neue Finanzierungsmöglichkeiten und erleichtert den Zugang zu Kapital.

Intensiver Wettbewerb führt zu Investitionen in Digitalisierung 

Die Erweiterung des Absatzmarktes spielt für die Digitalisierung auch eine wichtige Rolle, da der Wettbewerbsdruck Digitalisierungsvorhaben beschleunigt. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, müssen die Unternehmen sicherstellen, dass die Technologie stets „State of the Art“ bleibt und die Geschäftsabläufe effizient gestaltet sind. Eine Internationale Expansion stellt zudem einen besonders hohen Anreiz dar, Know-How im Bereich Digitalisierung anzureichern und Innovationen im Unternehmen voranzutreiben.

Strategie und Finanzierung verbinden

Entscheidend für nachhaltigen Erfolg im Zeitalter der Digitalisierung ist eine digitale Strategie, 
die den Weg zu Big Data, Industrie 4.0, Cloud-Computing & Co. weist. Den Schlüssel zur Entwicklung einer digitalen Ausrichtung stellt ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel dar: Strategie und Finanzierung müssen sinnvoll in Verbindung gebracht werden.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um die Zukunftsplanung Ihres Unternehmens in Angriff zu nehmen. Lesen Sie zudem hier, wie zuverlässig analysiert werden kann, wie bereit Ihr Unternehmen für die Digitalisierung ist.

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