Digitale Geschäftsmodelle für den Mittelstand

 In Digitalisierung

Unsere Gegenwart wird als digitales Zeitalter bezeichnet. Damit meint man einen Umbruch, wie es ihn seit der industriellen Revolution nicht mehr gegeben hat. In rasantem Tempo hat die digitale Welt unser Leben erobert. Das wird besonders dadurch bewusst, wenn man sich klarmacht, dass die frühesten kommerziellen Internetanwendungen nicht viel älter als zwanzig Jahre sind: Beispielsweise das Smartphone – so wie wir es kennen – existiert erst seit 2007.

Wurden im E-Commerce-Handel im Jahre 2000 in Deutschland noch 1,3 Mrd. Euro umgesetzt, liegen die Umsätze weniger als eine Dekade später bei knapp 54 Mrd. Euro. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Aber 
nicht nur im Handel werden ständig neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt. Die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung zahlreicher Prozesse eröffnen Möglichkeiten für eine Vielzahl innovativer Anwendungen. “Industrie 4.0” ist ein modisches Schlagwort für die Produktion im digitalen Zeitalter, genauso gut ließe sich vom “Geschäftsmodell 4.0” sprechen – einem Unternehmenskonzept, das konsequent auf Digitalisierung setzt.

 

Digitalisierung im Mittelstand – Geschäftsmodelle mit Nachholbedarf

Auch für den Mittelstand bedeutet die Digitalisierung Herausforderung und Chance zugleich. Viele Geschäftsmodelle mittelständischer Unternehmen stammen noch aus der “analogen Welt”. Wer den Anschluss verpasst, droht auf kurz oder lang vom Markt zu verschwinden. Doch viele Mittelständler haben die Zeichen der Zeit erkannt. Das zeigt zumindest die Studie “Digitalisierungsindex Mittelstand” der Deutschen Telekom, in der der Stand der digitalen Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen erfasst wird. Danach ist bei 42 Prozent der Mittelständler die Digitalisierung mittlerweile Bestandteil der Geschäftsstrategie, was einen starken Zuwachs bedeutet.

Bei digitalen Handlungsfeldern ist der Mittelstand am weitesten bei IT-Sicherheit und Datenschutz fortgeschritten. Hier bewertet die Telekom-Studie den Status mit 66 von 100 möglichen Punkten. Eher im Mittelfeld ist die Umsetzung bei den Handlungsfeldern “Kundenbeziehungen” (53 Punkte) und “Produktivität im Unternehmen” (50 Punkte). Das Handlungsfeld “Digitale Geschäftsmodelle und Angebote” liegt mit 46 Punkten am weitesten zurück. Hier besteht offenbar Nachholbedarf.

 

Was macht digitale Geschäftsmodelle aus?

Doch was zeichnet ein digitales Geschäftsmodell aus und was unterscheidet es von “klassischen” Konzepten? Nach einer gängigen Definition ist ein solches “Geschäftsmodell 4.0” durch sich wiederholende Transaktionen, die Nutzung von digitalen Systemen bei Angebot und Nachfrage sowie (digitale) Leistungen und Gegenleistungen (vor allem monetärer Art) gekennzeichnet. Eine Schlüsselrolle spielen Daten, Informationen und deren Verarbeitung – insbesondere wenn es um Kundenbeziehungen geht. Kundenorientierung war schon immer wichtig, im digitalen Zeitalter ist sie ein entscheidender Erfolgsfaktor. Denn Kunden verfügen im digitalen Zeitalter größere Fülle an Informationen und passen ihre Erwartungen daran an – in puncto Qualität, Schnelligkeit und Service.

Folglich können digitale Geschäftsmodelle zum Wettbewerbsvorteil werden, wenn sie:

– Kunden und Geschäftspartnern stärker vernetzt;


– Lösungen oder Systeme setzt, statt sich auf Produkte zu fokussieren;

– mit Service-Leistungen einen nicht ohne Hürden nachahmbaren Mehrwert bietet.

Der oft negativ besetzte Begriff “Big Data” steht in diesem Zusammenhang für ganz neue Möglichkeiten, Kundenbedürfnisse zu erkennen, zu analysieren und sich konsequent daran auszurichten.

 

Die Chancen digitaler Geschäftsmodelle nutzen

Die Entwicklung eines digitalen Geschäftsmodells bietet mittelständischen Unternehmen vielfältige Chancen: für innovative Produkte und Dienstleistungen, mehr Kunden, einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil oder ein neues Wachstumspotenzial. Für nicht wenige ist die Digitalisierung des Geschäftsmodells sogar existenziell, um überlebensfähig zu sein. Was der digitale Wandel grundsätzlich für den Mittelstand bedeutet, lesen Sie hier.

In Form einer Digital Due Diligence kann herausgefunden werden, wie gut vorbereitet das Unternehmen auf die Digitalisierung ist.

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    • […] Oft wird der Logistiksektor auch im Rahmen der Digitalisierung mit dem Term Logistik 4.0 in Verbindung gebracht. Hierbei handelt es sich um die Vernetzung und Verzahnung von Prozessen, Objekten, Lieferkettenpartnern (Lieferanten, Herstellern, Großhändlern, Einzelhändlern und Logistikdienstleistern) und Kunden durch Informations- und Kommunikationstechnologien mit dezentralen Entscheidungsstrukturen, um Effizienz (z. B. durch Transparenz, Automatisierung, Prozessgeschwindigkeit, Fehlerreduktion und Bündelung) und Effektivität zu erhöhen. Digitalisierung in fast allen wirtschaftlichen Bereichen eine gewisse Relevanz hat, doch besonders der Logistiksektor hat in vielerlei Hinsichten ein überdurchschnittliches Potenzial. Offensichtlich sind hier digitale Methoden der Bestandsführung und virtuelle Lagerhäuser, die den Bestand nur online führen und bei Nachfrage in Produktion gegeben werden. Prozesse dieser Kategorie minimieren Fehlern und erleichtern so die generelle Geschäftsführung durch Übersichtlichkeit. So werden ebenfalls die Lagerungsvoraussetzungen sichergestellt und können überprüft werden. Dies ist vor allem bei wertvollen Produkten, die unter bestimmten Temperaturvoraussetzungen oder Druckbedingungen aufbewahrt werden müssen, praktisch. Sich kontinuierlich anpassende Beständen erlauben es auch eine effektivere Buchhaltung zu führen, da alle relevanten Daten in der „Cloud“ (virtuelle, geschützte Datenspeicher) gespeichert werden. Diese Dezentralisierung ermöglicht eine neu gewonnene Flexibilität, da somit jeder Zugriff auf benötigtes Wissen und Informationen hat, selbst wenn diese Person nicht vor Ort sein sollte. Ebenfalls können digitale Erweiterungen den Kundenservice verbessern, indem beispielsweise der Fortschritt des Lieferprozesses online abrufbar ist und Kunden Ihre Bestellungen verfolgen können. Genauso hilfreich ist es für das Unternehmen selbst, zu wissen in welchem Stadium sich zu liefernde Ware befindet und kann so zurückverfolgt werden, sollten mögliche Fehler auftreten. Wichtig ist bei all dem, zu wissen, dass es sich hierbei nicht um Ersatzprozesse der menschlichen Arbeitskräfte handelt, sondern um Ergänzung. Sicherlich werden sich einige Tätigungsbereiche bis zu einem gewissen Grad überlappen, dennoch sind zwischenmenschliche Interaktionen nach wie vor für ein erfolgreiches Unternehmen von der Kundenbasis erwünscht. Es geht primär darum, die involvierten Akteure in ihren Tätigkeiten zu unterstützen und Aufgaben zu erleichtern. Dadurch sollten hinfällig Aufgaben von Maschinen übernommen werden und die Arbeitnehmer somit über die nötige Zeit verfügen, um sich wesentlicheren Aspekten des Unternehmens widmen zu können. Mehr zur Digitalisierung im Mittelstand finden Sie hier. […]

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