Wie und warum Corona die Arbeitswelt verändert

23.05.2021

Lesezeit: 8 min

Einführung

Die ersten Meldungen über die neuartige Atemwegserkrankung COVID-19 stammten aus China und klangen zum Jahreswechsel 2019/2020 noch weit entfernt. Schnell wandelte sich das Bild für Unternehmer, nachdem die Bundesregierung auf Basis epidemischer Erkenntnisse weitreichende Maßnahmen bis hin zu einem Lockdown beschlossen hatte. Mitte März 2020 wurde das öffentliche Leben weitestgehend stillgelegt. Die COVID-19-Pandemie war auch in Deutschland angekommen und stellt Unternehmen seither vor neue Herausforderungen, die nachhaltig und auf Dauer gelöst werden müssen. Ein immens wichtiger Aspekt ist die digitale Transformation der Arbeitswelt. Firmeninhaber müssen sich diesem Wandel stellen, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Im nachfolgenden Text erfahren Kleinunternehmer und Mittelständler, weshalb schnelles Handeln gefragt ist und wie sich eine positive Einstellung gegenüber Veränderungen auswirken kann. Ebenso wird auf die strategische Vorgehensweise sowie anhand von Beispielen auf Möglichkeiten im Marketing und Vertrieb hingewiesen. Weitere Themen sind eine vertrauensbildende Mitarbeiterführung und weshalb es sinnvoll ist, innerhalb der eigenen Firma das Umweltbewusstsein zu fördern. Bausteine, die den Fortbestand der eigenen Firma sichern können.

Effizient vorgehen: Unternehmerische Lösungen für die Zukunft finden

Dass die Geschäftswelt einem stetigen Wandel unterliegt, ist verantwortungsbewussten und vorausschauenden Firmeninhabern seit jeher klar. Welche dramatischen Auswirkungen Corona auf Unternehmen haben würde, war selbst Anfang 2020 so noch nicht vorhersehbar. Man saß am Schreibtisch und verfolgte die staccatoartig veröffentlichten Meldungen rund um das Virus. Nachdem die Pandemie ab Mitte Februar 2020 dramatisch an Fahrt aufgenommen hatte, war schnell klar, dass ein umsichtiges Handeln im Hier und Jetzt erforderlich sein würde.

Egal ob in einem kleinen oder in einem mittelständischen Unternehmen: Man stellt sich die Frage, wie man die Arbeitnehmer schützen, sämtliche Betriebsabläufe und Fertigungsprozesse über die Krise hinweg stabil halten sowie das eigene Unternehmen retten und fit für die Zukunft machen kann. Es gibt viele gute Gründe, die für eine nachhaltige Unternehmensführung auch jenseits der Pandemie sprechen. Mit Blick auf den Wettbewerb lautet die Devise, immer einen Schritt schneller zu sein.

COVID-19 & die Digitalisierung: Herausforderung mit Gestaltungswillen annehmen

Selbstverständlich sind die Herausforderungen von Branche zu Branche gänzlich anderer Natur, was Corona anbetrifft. Wenn man mit seiner Firma in der Unterhaltungsbranche etwa als lokaler Konzertveranstalter angesiedelt ist, sind die möglichen Lösungsansätze ungleich schwieriger als bei einem Unternehmen, das beratend tätig ist. Oftmals sind die finanziellen und operativen Grenzen schnell erreicht.

Die Digitalisierung ist allerdings schon seit längerer Zeit ein Thema, das in vielen Unternehmen bisher nur zögerlich angegangen wurde. Seit die COVID-19-Pandemie in Deutschland und vielen weiteren Ländern zu einem ernsthaften Problem geworden ist, gewinnt dieser Lösungsansatz an Bedeutung und legt die Versäumnisse der Vergangenheit zum Teil schonungslos offen. Wer im Gegenzug mit positiver Energie nach erfolgversprechenden Optionen sucht, wird mit Sicherheit Chancen erkennen und seinen Fokus auf diese richten.

Wo immer möglich, muss die digitale Transformation der Arbeitswelt zügig durchgeführt werden. Zu den weit verbreiteten Stichworten zählen Begriffe wie Homeoffice, Videokonferenzen und cloudbasierte Systeme, bei denen Mitarbeiter von überall aus Zugriff auf arbeitsrelevante Daten erhalten. Dafür braucht es eine geeignete Infrastruktur, wobei sich diese Investition auf Dauer mit Sicherheit lohnen wird. Dies gilt auch für die Kommunikation mit Zulieferern und Kunden, bei der zunehmend auch Blockchains an Bedeutung gewinnen werden.

In diesem Zusammenhang ist auch die Bundesregierung gefordert, um die nötigen Rahmenbedingungen durch geeignete Konjunkturpakete und digitale Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Für Firmeninhaber ist von großer Bedeutung, die aktuellen Entwicklungen möglichst genau zu verfolgen, um entsprechend handeln zu können. Dies gilt vor allem auch für Standorte in ländlichen Regionen, in denen noch viel zu tun ist und zugleich Eigeninitiative gefragt ist.

Strategisch vorgehen: Unwägbarkeiten als Chance begreifen

Der Begriff Strategie stammt historisch betrachtet aus dem Altgriechischen und leitet sich vom Wort „strategos“ ab. Letztlich ging es dabei um die Heeresführung im Kriegsfall. Nicht selten wird der einstige Militärwissenschaftler Carl von Clausewitz zitiert; seine Erkenntnisse werden in sämtlichen Fachbüchern über Unternehmensführung aufgegriffen.

Klar ist: Seit jeher müssen Unternehmer strategische Entscheidungen treffen, um den Wert der eigenen Firma als Lebenswerk zu erhalten oder im Idealfall zu steigern. Dies trifft umso mehr zu, wenn trotz aller Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit Corona eine Unternehmensübergabe auf dem Plan steht, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen oder ein neues Betätigungsfeld zu betreten.

Die richtige Strategie für die eigene Firma zu finden, ist in Zeiten eines beschleunigten Wandels keineswegs einfach, aber machbar. Die digitale Transformation kann nur ein Teil des Lösungsansatzes sein, wenn auch ein wichtiger. In jüngerer Vergangenheit sind wie nachfolgend dargestellt einige unternehmerische Erfolgsgeschichten geschrieben worden, die es ohne COVID-19 so vielleicht nicht gegeben hätte.

Marketing und Vertrieb: Wie Winzer reinen Wein einschenken

Marketing und Vertrieb sind zwei wichtige Säulen für den Fortbestand des Unternehmens. Zum einen muss der vorhandene Markenkern gepflegt werden – bei kleinen Handwerksbetrieben oder Händlern wäre eher das Wort „Image“ angebracht. Zum anderen muss im COVID-19-Dschungel ein neuer Weg zur Zielgruppe und dem vorhandenen Kundenstamm gefunden werden.

Aus technischer Sicht wird neben der hauseigenen Infrastruktur auch die Online-Präsenz in Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Während die Firmenhomepage bei kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen längst gang und gäbe ist, wurden die Möglichkeiten eines eigenen Online-Shops bisher weitestgehend vernachlässigt. Gerade in diesem Bereich wurden Ideen entwickelt, deren Ursprünge mitunter in einer Zeit vor dem Beginn der Corona-Pandemie zu finden sind.

Vor allem haben sich in diesem Bereich Winzer mit einem bemerkenswerten Einfallsreichtum hervorgehoben. Bis heute werden regelmäßig Online-Weinproben zu vorab vereinbarten Terminen durchgeführt, nachdem entsprechende Produkte an die Kundschaft versendet worden sind. Eine mittelständische Filialbäckerei aus Bayern verkauft ihre Spezialitäten dank moderner IT nahezu europaweit, Musiker bieten Onlinekurse an, während Verlage entsprechende Lesungen für ihre Autor*innen organisieren. Beispiele, die in Krisenzeiten Mut machen. Mittelständische Unternehmen tun sich durch komplexere Abläufe etwas schwerer, sollten aber auf den Zug aufspringen, bevor dieser zu viel Fahrt aufgenommen hat.

Ob man diese Art des Marketings, Vertriebs und Verkaufs im eigenen Betrieb durchführen kann, ist eine andere Sache. Allerdings dienen die aufgeführten Ideen als Ansporn, um eine eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben. Besteht die Notwendigkeit, ist es unbedingt empfehlenswert, externes Know-how für die Ideenfindung und die darauffolgende Durchführung in Anspruch zu nehmen.

Vertrauen schaffen: Die Mitarbeiterführung in Corona-Zeiten

Das traditionelle Bild des allgegenwärtigen Firmenpatriarchs wird in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit mehr und mehr verblassen, da Corona die Arbeitswelt verändert – ob wir wollen oder nicht. Meetings werden in den digitalen Bereich verlagert, während die persönliche Präsenz am Firmenstandort an Bedeutung verliert.

Unternehmer müssen sich in diesem Zusammenhang auf eine Situation einlassen, in der gegenseitiges Vertrauen herrscht. Man möchte die Mitarbeiter und deren Know-how behalten, was nur geht, wenn man bisherige Strukturen loslässt. Im Umkehrschluss muss sich die Belegschaft sicher sein, dass Unternehmer und das gesamte Führungspersonal alles daransetzen, die Gesundheit jeder einzelnen Person so weit wie möglich zu schützen.

Entwickelt man als Unternehmer Sicherheitskonzepte, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen, wirkt sich das zumeist als vertrauensbildend aus. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, da viele Menschen der gesamten COVID-19-Thematik kritisch gegenüberstehen. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff „Querdenken“ geprägt. Man muss als Verantwortlicher so weit wie möglich darauf achten, alle Menschen im Betrieb zu erreichen und mitzunehmen. Dieser Ansatz trifft gleichermaßen auf Veränderungen durch den Klimawandel zu.

Nachhaltige Unternehmensführung: Durch COVID-19 Umweltbewusstsein entwickeln

Dass COVID-19 für viele Menschen von schicksalhafter Bedeutung ist, steht außer Frage. Was die Umwelt anbetrifft, war der Himmel über den Köpfen unserer Städte und Regionen dagegen selten so klar und tiefblau wie während der ersten Lockdown-Phase ab März 2020.

Reduzierter Flug- und Straßenverkehr haben, wenn auch gezwungenermaßen, für ein kurzes Aufatmen gesorgt. Für die Tourismusbranche – von Anbietern individueller Abenteuerreisen bis hin zum lokalen Reisebüro vor Ort – ist dies allerdings ein ernsthaftes, oftmals sogar existenzielles Problem. Hier besteht ein besonderer Bedarf nach zukunftsorientierten Geschäftsmodellen und Strategien.

Klimawandel und Corona verändern die Arbeitswelt im Zusammenspiel wesentlich schneller, als es manche Führungskräfte und Firmeninhaber wahrhaben möchten. Exakt aus diesem Grund sind Innovationsfreude und Mut bei Entscheidungen auf der Führungsebene gefragt. Im Bedarfsfall werden externe Berater hinzugezogen.

Nachhaltigkeit innerhalb der Unternehmenskultur wird bereits dadurch erreicht, dass die Anzahl der Firmenreisen zu Meetings dauerhaft reduziert wird. Einen weiteren Teil trägt das unternehmerische Denken bei, indem die Arbeit von zuhause aus im Rahmen der digitalen Transformation generell gefördert wird.

Ein zusätzlicher Faktor über die COVID-19-Problematik hinaus ist die inzwischen häufig zitierte CO2-Neutralität. Unternehmer sollten überlegen, inwieweit beispielsweise erneuerbare Energien für Bürogebäude und Produktionsanlagen infrage kommen. Weitere Beispiele sind die Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität und die Nutzung grünen Wasserstoffs für den Betrieb komplexer Industrieanlagen. Die EU verfolgt länderübergreifend das Ziel, fossile Brennstoffe Schritt für Schritt durch den umweltfreundlichen Energieträger zu ersetzen.

Darüber hinaus entwickeln Startups und etablierte Anbieter Software-Lösungen in Form branchenspezifischer CO2-Rechner, um KMU dabei zu helfen, den Ausstoß gezielt zu senken.

Fakt oder Fiktion: Die neue Arbeitswelt nach Corona

Bedenkt man, dass die industrielle Revolution Mitte des 18. Jahrhunderts begonnen hat und nach nicht einmal 200 Jahren zwei Raumsonden der NASA den interstellaren Raum erreicht haben, wird eines klar: Der Wandel ist in Wirklichkeit eine zuverlässige Konstante.

Dass Corona die Arbeitswelt verändert, ist Fakt und längst Bestandteil unternehmerischen Denkens. Der Blick in die fernere Zukunft ist dagegen eher Fiktion. Als wissenschaftlich gesichert gilt jedoch, dass das Virus trotz der heutigen und zukünftigen Impfmöglichkeiten nicht einfach verschwinden wird. Allerdings können Firmeninhaber mit vorausschauenden Strategien schneller und nachhaltiger auf alle möglichen Veränderungen reagieren.

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